Discus-b

Sieben Jahre lang, von 1977 bis 1984, sind bei Schempp-Hirth keine Segelflugzeuge der Standardklasse gebaut worden. Dann erst erschien mit dem Discus der lang erwartete Nachfolger für den Stadard-Cirrus. Nachdem sich in den Jahren zuvor die Segelflugzeuge der Standard-Klasse und der 15-Meter-Klasse aus den verschiedensten Fabrikationsstätten immer ähnlicher geworden waren, tauchte plötzlich die Silhouette eines neuen Flugzeugs auf, das auch aus der Luft schon von weitem zu erkennen war. Es war der sichelförmige Flügel des Discus mit seiner mehrfach zurückgepfeilten Vorderkante. Bei Segelfliegern in unseren Landen, die schnell neue Spottbezeichnungen erfinden, ging gleich das Wort vom ‚Krummschwert‘ oder ‚Türkensebel‘ um. Diese Rückpfeilung trägt zusammen mit einer entsprechenden Flügel-Zuspitzung und Tiefe im Außenbereich wesentlich dazu bei, dass eine sonst entlang der Endkante verlaufende Abwanderung der Grenzschicht vermieden wird, sodass der Tragflügel bei weniger Widerstand mehr Auftrieb erzeugt als bei den bisher üblichen Grundrissen.


Technik für die Standardklasse der Achtzigerjahre

Dass der Leistungsgewinn aus diesem Konzept real ist – nicht nur im Steigen mit hoher Ballastzuladung, sondern auch im Gleiten bei höheren Geschwindigkeiten, wurde hinlänglich bewiesen. Der Dreifach-Trapez-Tragflügel ist zweiteilig und bei einigen Flugzeugen mit Winglets ausgeführt. Das Tragflügelprofil basiert auf Entwürfen des Teams Horstmann / Quast / Althaus vom Institut für Gasdynamik der Universität Stuttgart; es hat 17,5% relative Dicke und glänzt mit einer verringerten Mücken- und Regenempfindlichkeit. Der Rumpf wurde mit kleinen Veränderungen vom Ventus übernommen. Seit dem Discus sind in der Standardklasse bei Schempp-Hirth die Ruderanschlüsse automatisch, die Bremsklappen zweistöckig. Der Flügel hat mit 10,58m² eine relativ große Fläche, so dass bei einem Leergewicht um 230kg die minimale Flächenbelastung unter 30kg/m² liegt.


Ein echtes Weltmeisterflugzeug

Der Discus war auf Wettbewerben von Anfang an ein sehr erfolgreiches Flugzeug: Bei den Weltmeisterschaften 1985, 1987 und 1989 belegte der Discus jeweils die ersten drei Plätze. Insgesamt war der Discus sechsmal hintereinander Weltmeisterflugzeug. Ein Jahrzehnt dominierte er die Standard-Klasse und wurde so zum Maßstab schlechthin. Nach rund 570 in Kirchheim/Teck gefertigten Exemplaren wurde die Fertigung des Discus-a -und b zugunsten der Discus-2-Generation eingestellt. Das Muster Discus-CS, baugleich mit dem Discus-b, wird aber weiterhin bei Schempp-Hirth in Chocen (CR) produziert. Großen Anteil am Erfolg des Discus hatten neben seinem exzellenten Leistungsvermögen zweifelsohne auch die harmonischen und grundätzlich harmlosen allseits gelobten Flugeigenschaften, denen Klaus Holighaus schon bei der Auslegung dieses Flugzeuges gegenüber anderen Aspekten den Vorzug gab.

Technische Daten

Spannweite
15m
Länge
6,58m
Flügelfläche
10,58m²
Leermasse
230kg
Maximale Flugmasse
525kg
min. / max. Flächenbelastung
29,5kg/m² / 49,6kg/m²
Mindestgeschwindigkeit
61km/h
Höchstgeschwindigkeit
250km/h
Beste Gleitzahl bei Geschwindigkeit
42,2 bei 105km/h
Geringstes Sinken bei Geschwindigkeit
0,59m/s bei 80km/h



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